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Meldungen
Samstag, 21. November 2009
Pilexa.com ermöglicht Pellets-Verbrauchern, das beste Angebot zu finden und bringt Transparenz in den Pelletsmarkt.
 
Dieses Jahr sind alle fünf Parlamentsfraktionen beim „Carinthian Energy Award powered by KELAG“ im Wettstreit um den geringsten Stromverbrauch dabei
 
Mittwoch, 20. Mai 2009
Der deutsche Industriekonzern MAN und das Forschungsinstitut ZSW entwickeln neue Technologie
 
Sonntag, 10. Mai 2009
Niederspannungsstromnetz  würde durch Elektroautos nicht zu stark belastet werden
 
Freitag, 1. Mai 2009
Das Kraftwerk Uckermark verbindet Wind, Biogas erstmals physikalisch miteinander
 
Erneuerbare Energie ist weltweit auf Erfolgskurs
 
Sonntag, 19. April 2009
Die Princess Elisabeth - Station kommt ohne Emmisionen aus
 
Windenergiebranche sieht positiven Effekt
 
Montag, 13. April 2009
Die Brennstoffzelle ist eine Zukunftstechnologie als Chance in der Wirtschaftskrise
 
Sonntag, 12. April 2009
19% Wirkungsgrad bei monokristallinen Zellen, vom Labor in die Produktion
 
Auch im ersten Quartal 2009 kein Wiederaufstieg der Atomindustrie in Sicht
 
Bundesverband Solarwirtschaft ruft bundesweit zu Infoveranstaltungen und Aktionen zur Solarenergie auf
 
Mittwoch, 18. März 2009
Niedrige Heizkosten werden immer wichtiger bei der Wahl der 'eigenen vier Wände'. 
 
Der Anlagenpass als Qualitätsnachweis wird gut angenommen
 
Sonntag, 15. März 2009
Die Preise für Solarstromanlagen sind zum Jahresanfang 2009 gegenüber dem Vorjahr um rund acht Prozent gefallen.
 
Sonntag, 18. Januar 2009
Nachdem in Deutschland über eine Verschrottungsprämie für "Altautos" diskutiert wurde, geschieht dies nun auch in Österreich.
 
Mittwoch, 14. Januar 2009
Nur Erneuerbare Energien können langfristig eine sichere Energieversorgung gewährleisten.
 
Freitag, 9. Januar 2009
„Erdgas ist keine geeignete Übergangstechnologie für die notwendige Energiewende,“ stellt Michael Johann, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern fest. „Auch neue Pipelines erhöhen die Versorgungssicherheit beim Erdgas nicht, wenn gleichzeitig der Verbrauch durch den Bau von Gaskraftwerken und Erdgastankstellen in exorbitante Höhen gepusht wird. Statt die fossile Energieinfrastruktur auszubauen, muss Kärnten stärker auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzen!“>

„Kärntens Energie-Landesrat Rohr unterliegt einem fatalen Irrtum, wenn er Erdgas als Übergangstechnologie ansieht: Denn schon lange bevor der letzte Kubikmeter Erdgas gefördert wird, wird die globale Produktion stark absinken und der Preis stark ansteigen,“ meint Johann.

 

Die geplante Tauerngasleitung dient dem deutschen Energieriesen E.ON (mit Gazprom-Beteiligung) primär dazu, seine Marktanteile am europäischen Gas- und Strommarkt weiter auszubauen. Sie trägt aber kaum zur Steigerung der Versorgungssicherheit in Kärnten bei, weil hier vor allem russisches Gas von Norden in den oberitalienischen Raum gepumpt werden soll, um dort Gaskraftwerke und Industrie zu befeuern.

 

„Die Pläne der Energieversorger, die Kapazität der Gaskraftwerke in Österreich zu verdoppeln müssen dringend revidiert werden,“ fordert Johann. Aktuell sind 9 neue Gaskraftwerksblöcke in Österreich mit 3200 MW Leistung geplant, darunter das GDK Klagenfurt. „Damit macht sich Österreich immer mehr von den Launen Russlands abhängig. Schon jetzt ist der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien in Österreich von ursprünglich 70% auf nur mehr 58% gesunken, er macht im Strommix der Kelag beispielsweise nur mehr 48% aus! Auch für den Verkehr ist Erdgas keine geeignete Alternative: Statt 10% der Fahrzeuge wie geplant auf Erdgas umzustellen und das Erdgastankstellennetz auszubauen, soll der Flottenverbrauch gesenkt werden. „

 

Johann fordert, die Milliarden-Investitionen von den geplanten Pipeline- und Gaskraftwerksprojekten in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz umzulenken. „Wenn statt Gaskraftwerken Biomasseheizwerke, Windräder und Solaranlagen errichtet werden, bleibt das Geld in unserem Tal, anstatt in den undurchsichtigen Kanälen der internationalen Gasmafia zu versickern! Die Wirtschaftskrise ist keine Entschuldigung für eine ambitionslose Klimapolitik. Ganz im Gegenteil: Sie ist eine Herausforderung, die Wirtschaft in Richtung Energieeffizienz und erneuerbare Energien umzustrukturieren. Ohne ökologische Nachhaltigkeit wird es in Zukunft auch keinen wirtschaftlichen Erfolg geben!“ ist Johann überzeugt.


Quelle:Presseaussendung der Grünen Bäuerinnen und Bauern, Freitag, 9. Jänner 2009


 
Freitag, 12. Dezember 2008
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) begrüßt die Einigung des Europäischen Parlamentes mit den EU-Mitgliedstaaten über eine Richtlinie für Erneuerbare Energien, die den Anteil der Erneuerbaren bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent anheben soll. „Diese Entscheidung macht den Weg für den Ausbau Erneuerbarer Energien in Europa endgültig frei“, so Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. „Die Richtlinie erhöht die Investitionssicherheit für die Solarindustrie erheblich und ist ein wichtiger Schrittmacher für das mittel- bis langfristige Marktwachstum der Branche in Europa. Der Export deutscher Solartechnik wird davon profitieren.“ Die Solarenergie wird nach Einschätzung des BSW-Solar im Strom- und Wärmesektor einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der neuen Ausbauziele leisten können. Derzeit exportieren deutsche Solarunternehmen bereits rund 50 Prozent ihrer Produktion, einen Großteil davon ins europäische Ausland.Die EU setzt bei ihren politischen Instrumenten für den Ausbau erneuerbarer Energien auch auf erfolgreiche Markteinführungsstrategien, die von den Mitgliedstaaten bereits umgesetzt werden. Deutschlands wichtigster Marktöffner, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, wird von der europäischen Richtlinie ausdrücklich als geeignetes Förderinstrument genannt. Körnig: „Die zeitweise erwogene Einführung eines europaweiten Zertifikatehandels für erneuerbare Energien, welcher die Solarbranche bedroht hätte, ist damit vom Tisch. Die Richtlinie stärkt  nationalen Einspeisetarifen den Rücken.“ Die nationalen Förderinstrumente sollen auch nach einer 2014 geplanten Überprüfung der Direktive Bestand behalten.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. vom 11.12.2008
 
Donnerstag, 20. November 2008
Die Printausgabe des B2B-Fachmagazins photovoltaik - Das Magazin für Profis aus der Verlagsgemeinschaft Solarpraxis AG und Gentner Verlag hat es innerhalb eines Jahres in die Spitzengruppe der Solar-Fachzeitschriften geschafft. Zum 9. Forum Solarpraxis am 20./21. November in Berlin launcht die photovoltaik-Redaktion nun ihr umfangreiches InformationsportalIm Online-Bereich der Fachzeitschrift werden künftig aktuelle Nachrichten, weiterführende Hintergrundberichte und interaktive Tools zu finden sein. In der Rubrik „News“ finden Interessierte die Top-News aus der Photovoltaik-Branche zu Politik und Gesellschaft, Märkte und Trends, Forschung und Entwicklung, Fachwissen und Technik, Architektur, Produkte sowie Karriere. Ein Heftarchiv bietet Lesern die Möglichkeit, ausgewählte News und Hintergrundberichte nachträglich zu recherchieren oder einzelne Ausgaben der photovoltaik nachzubestellen. Abonnenten der Zeitschrift können die kompletten Ausgaben online lesen. Video-Beiträge, zum Beispiel Interviews mit den führenden Vertretern der Branche, runden das Informationsangebot ab. Weitere Zusatzangebote der Webseite sind Verkaufshilfen, Informationen über Fördermöglichkeiten sowie aktuelle Terminübersichten aller relevanten Messen und Veranstaltungen.

Quelle: Solarpraxis AG, 20.11.2008
 
Mittwoch, 19. November 2008
Die SolarWorld AG plant dem US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) das Angebot zu unterbreiten, die vier deutschen Werke und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim der Adam Opel GmbH zu übernehmen. Dafür kann die SolarWorld AG Opel Barmittel in Höhe von 250 Mio. Euro und Banklinien von 750 Mio. Euro vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft bereitstellen. Der bisher ausschließlich in der Solartechnologie aktive Konzern würde damit Opel zum ersten 'grünen' europäischen Autokonzern weiterentwickeln. Kernvoraussetzung für die Abgabe des Angebotes zur Übernahme ist die komplette Trennung aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz (insgesamt 1 Mrd. Euro). Die SolarWorld AG beschäftigt aktuell weltweit 2.254 Menschen und ist ein weltweit führender Anbieter von Solarstromtechnologie.An den vier deutschen Opel-Standorten soll nach Vorstellung der SolarWorld AG künftig neben der nachhaltigen Weiterentwicklung der erfolgreichen Baureihen eine neue Fahrzeuggeneration mit energieeffizienten und emissionsarmen Antrieben produziert werden. Das europäische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim arbeitet bereits an Lösungen für zukunftsfähige Elektrofahrzeuge wie dem 'Volt'. Mit dem Umbau der Produktpalette würde der traditionsreiche deutsche Autobauer künftig insbesondere Elektro- und Hybridfahrzeuge und Typen neuester Technologie wie extended-range Elektrofahrzeuge anbieten, die Elektro- und Verbrennungsmotor hocheffizient kombinieren.

Die SolarWorld AG hatte vor zwei Jahren in einem ähnlichen Fall die Solarsparte des Shell-Konzerns mit einer Kompensationszahlung von 100 Mio. Euro übernommen, diese an Standorten in den USA konsequent modernisiert und im laufenden Jahr in die schwarzen Zahlen geführt. 'Nachhaltigkeit ist ein umfassendes Konzept. Die Herausforderungen des Klimaschutzes und des Marktes lassen sich nur durch einen Übergang von Automotive- zu Sunmotivekonzepten bewältigen', sagte SolarWorld Chef Frank H. Asbeck. Der Konzern arbeitet bereits seit einigen Jahren an der Entwicklung und Erprobung von Elektrofahrzeugen, die mit Solarenergie erfolgreich Rennen bestreiten.

Quelle: Solarworld, 19.11.08
 
Freitag, 14. November 2008
"Es ist ein Skandal, dass die Landwirtschaftskammern von Kärnten und Salzburg bei der Aushandlung von Rahmenvereinbarungen mit der Tauerngasleitung die Bedenken der betroffenen GrundeigentümerInnen ignorieren," stellt Michael Johann, der Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern Österreich fest. "Denn es gibt eine Vielzahl von Bäuerinnen und Bauern, denen nicht eine möglichst hohe Entschädigungssumme sondern die Bewahrung der Kulturlandschaft, die Sicherheit für Mensch, Umwelt und Klima am Herzen liegt. Überdies behindert der Ausbau der fossilen Energieinfrastruktur die Nutzung der erneuerbaren Energien!"In den Verhandlungen zwischen der Tauerngasbetreiberin TGL und den Landwirtschaftskammern von Kärnten und Salzburg gibt es laut Salzburger Nachrichten seit Montag einen Kompromiss über eine Rahmenvereinbarung, nach denen die GrundeigentümerInnen entschädigt werden sollen. Der Inhalt wird allerdings bis heute geheim gehalten. Skandalös ist, dass die Rahmenvereinbarung bis heute weder im Präsidium noch in der Vollversammlung der LK Kärnten diskutiert wurde. Die Verhandlungen mit der TGL wurden deshalb von Peter Suntinger, dem 2. Vizepräsidenten der LK Kärnten bei einer Veranstaltung am Mittwoch in Kremsbrücke sogar als "Verrat an den Kärntner Bauern" bezeichnet. Auch in Salzburg gibt es offenbar einen heftigen internen Wirbel in der Kammer, da sich die örtlichen Bauernvertreter von der LK-Führung überfahren fühlen.

"Die Pipeline ist für die Bäuerinnen und Bauern ein Verlustgeschäft!" erklären Johanna Gerhalter und Georg Sams von den Grünen Bäuerinnen und Bauern Salzburg. TGL-Betreiber verdienen sich an der Pipeline goldene Nasen, die Bauern bekommen nur einen Schlapf: Von den mittlerweile auf 900 Mio. Euro hinaufgeschraubten Investitionen für den Bau der 260 km langen Pipeline werden nur etwa 25 Mio. Euro für die Ablöse von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken bezahlt werden. "Wenn die Pipeline gebaut wird, konkurrenziert das Erdgas unsere heimischen Energieträger wie Biomasse. Es wäre sinnvoller für die Energieversorger Kelag und Salzburg AG, statt in fossiles Erdgas aus dem Ausland in heimische erneuerbare Energien zu investieren, fordert Johann den Planungs- und Baustop für den Ausbau der Tauerngasleitung!

"Wenn nun die Verdichterstation in Flachau ´eingespart´ und der Leitungsdurchmesser der Pipeline von 80 auf 90 cm erweitert wird, ist das ein zweischneidiges Schwert: Denn dann kann in Zukunft die Pipeline-Kapazität relativ einfach erweitert werden und die enorme Klimabelastung durch die Leitung weiter erhöht werden," befürchtet Michael Johann.

Quelle: Presseaussendung der Grünen Bäuerinnen und Bauern
Freitag, 14. November 2008
 
Sonntag, 9. November 2008
Am 8. November wurde der Elektrosportwagen von Tesla Motors erstmals in Österreich präsentiert. Mit bis zu 400km Reichweite zeigt das Elektrofahrzeug neue Dimensionen auf. Eingeladen zur Präsentation hatte der Klima- und Energiefonds.Hier ein kurzer Internet-Videoclip davon:

Elektroauto Tesla Österreich - Tesla Roadster Electric Vehicle from Matthias Koechl on Vimeo.
 
Donnerstag, 6. November 2008
Barack Obama und Al Gore sind Visionäre, die daran glauben, dass kluge und verantwortungsvolle Politik die Zukunft positiv verändern kann. Sie unterscheiden sich darin von all jenen Politikern, die sich hinter Sachzwängen verstecken und Visionen meiden wie der Teufel das Weihwasser. Realpolitik muss in der Zeit des Klimawandels und der Verknappung fossiler Ressourcen bedeuten, dass die zukünftige Energieversorgung ganz anders aussehen muss als die heutige. Das wissen auch Barack Obama und Al Gore, die als Spinner herunter geschrieben werden würden, wenn sie in Deutschland Politiker wären.

Dass man Barack Obama ernst nehmen muss, zeigte sich bereits in seiner Rede nach seinem Wahlsieg. Darin hob Barack Obama hervor, dass neue Energien genutzt werden müssen. Bereits im Wahlkampf hatte er sich stets für die Erneuerbaren Energien eingesetzt. Dies ist kein Wunder, war doch Al Gore sein wichtigster energie- und umweltpolitischer Berater.

Der Friedensnobelpreisträger Al Gore wiederum hatte mitten im Wahlkampf eine vehemente Rede für Klimaschutz und Energiewende gehalten, in der sich dafür ausgesprochen hatte, bereits in 10 Jahren die amerikanische Stromversorgung zu 100% auf Erneuerbare Energien umzustellen

Dabei sind Al Gore die Schwierigkeiten nur zu bewusst: „Das vielleicht größte Hindernis für die Durchsetzung der 100-Prozent-Erneuerbaren-Energie-Strategie in 10 Jahren ist die weitgehende Funktionsunfähigkeit unserer Politik und unserer heutigen Administration.“ Al Gore, Washington D.C. 17. Juli 2008


US-Medien spekulieren heute über die Schaffung eines neuen Superministeriums für Umwelt und Energie mit Al Gore als Minister. Sollte Barack Obama Al Gore zum Minister machen, hätte Al Gore es in der Hand, seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie- und Technologiepolitik der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen

Al Gore Rede zum Thema Erneuerbare Energie:

 
Christian Neugebauer (Herausgeber Glocalist Medien, Berlin/Wien) und Peter Spiegel (Leiter des Genisis Instituts, Berlin, und Organisator des Social Vision Summit) veröffentlichten am Rande des VISION SUMMIT 2008 die Berliner Erklärung NEW DEAL FOR SOCIAL BUSINESS - GLOBALER PAKT FÜR NACHHALTIGKEIT.

 

Prof. Muhammad Yunus (Friedensnobelpreisträger) schloss sich deren Kernforderung sofort an: Mindestens ein Drittel der staatlichen Garantien für die Banken an den Einsatz für Unternehmen der Nachhaltigkeit und des Social Business zu binden.

Ziel der Erklärung ist es, einen konstruktiven Impuls für eine nachhaltige Wirtschaft und Social Business zu bieten. Die Erklärung soll von möglichst vielen Menschen getragen werden und Verbreitung finden.

 

Die Berliner Erklärung im Wortlaut:

 

New Deal for Social Business

Globaler Pakt für Nachhaltigkeit

 

1-Billion-Bürgschaft für Unternehmen für nachhaltige Entwicklung als Einstieg in eine neue Qualität einer globalen ökosozialen Marktwirtschaft

 

Was sind uns die Banken wert? Und was ist uns der Rest wert, also die Summe aller unserer sozialen und ökologischen Systeme? Die Krise unseres heutigen Bankensystems muss uns diese Frage genau zum jetzigen Zeitpunkt und mit aller Eindringlichkeit stellen lassen. Ansonsten droht uns die Gefahr, dass wir die Entscheidungshoheit über die Richtung unserer kollektiven Zukunftsgestaltung auch weiterhin nicht zurückerlangen, sondern sie ungebrochen viel zu sehr ein Spielball von partikularen Interessen bleibt. Wenn wir nicht jetzt klare Entscheidungen verlangen zu der Frage, welche Art von Investitionen wir bevorzugt wollen, dann ist es vorprogrammiert, dass die sozialen und die ökologischen Systeme in absehbarer Zeit mit gleicher oder noch viel größerer Wucht kollabieren wie jetzt das Bankensystem.

 

Die Rettung unseres Bankensystems ist uns allein in Deutschland eine halbe Billion Euro wert. Weltweit ist uns diese Rettungsaktion zwei bis drei Billionen wert. Was ist uns die Rettung unserer Ökosysteme und die Rettung vor Hunger und Elend von Milliarden Menschen wert? Die Beantwortung dieser Fragen muss unbedingt zentraler Bestandteil der Antwort sein, wie wir die gegenwärtige Bankenkrise lösen, also welches konkrete Design die damit verbundenen staatlichen Bürgschaften haben. Diese Frage muss Gegenstand der weltweiten öffentlichen Diskussion in den nächsten Wochen sein. Wir schlagen dafür konkret eine Bindung der weltweiten staatlichen Bürgschaften in Höhe von 1 Billion Euro an einen New Deal for Sustainability im Sinne von Social Business vor.

 

Was meinen wir damit konkret: Ein Drittel bis zur Hälfte der im Rahmen der Bewältigung der Bankenkrise zugesagten staatlichen Garantien sollten nur für Darlehen in Investitionen für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung eingesetzt werden dürfen. Besonderen Vorzug sollten dabei solche Investitionen haben, die zugleich möglichst weitgehend der Definition von Social Business entsprechen.

 

Der Zweck von Unternehmen, die dem Social-Business-Gedanken folgen, ist nach der Definition von dessen Initiator Muhammad Yunus die Lösung von gesellschaftlichen Problemen. Social-Business- Unternehmen sind dem Dienst für individuellen, gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt im Sinne einer sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung gewidmet und zu diesem Zwek gegründet. Social-Business-Unternehmen arbeiten dabei ebenso wie normale Unternehmen gewinnorientiert, aber der Hauptteil des Gewinns verbleibt im Unternehmen und wird zur Ausweitung von dessen jeweiligem sozialen bzw. ökologischen Zweck eingesetzt. Während eine auf Gier ausgerichtete Ökonomie auf monetäre Gewinnmaximierung setzt, setzt eine Social-Business-Ökonomie auf eine Maximierung des sozialen und ökologischen Gewinns bei gleichzeitig hoher ökonomischer Vernunft.

 

Wenn es uns gelingt, dass sich als kollektiver Lernprozess aus der jetzigen Krise die Wirtschaftsphilosophie von Social Business durchsetzt, würde dies nicht nur eine völlig neue Qualität ökologischen und sozialen Gewinns freisetzen, sondern auch eine gravierend neue wirtschaftliche Dynamik, die der Gier-orientierten-Ökonomie auch in diesem Punkt weit überlegen ist. Was hat die Social-BusinessÖkonomie bisher an Ergebnissen vorzuweisen, welches Potential liegt in ihr:

 

• Finanzpolitische Innovationskraft.

 

Die zu sehr auf Gier orientierte Ökonomie führte weit mehr als zwei Drittel der Menschheit in ein Gefängnis aus Almosen, Sozialhilfe oder unwürdige Arbeits- und Abhängigkeitsverhältnisse. In ihr wurde der weitaus größte Teil der Menschheit beispielsweise als kreditunwürdig erklärt und damit von der Chance ausgeschlossen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Social-Business-Ökonomie kreierte währenddessen ein Bankensystem von inzwischen mehreren Tausend Mikrofinanz institutionen, die bis heute bereits 130 Millionen „Kreditunwürdigen“ Kredite gaben und die sie pünktlich zurückzahlten. Rund eine halbe Milliarde Menschen konnten dadurch bereits aus dem Teufelskreis der Armut befreit werden. Das „Wirtschaftswunder von unten“ ist in Bangladesh längst eine sehr belastbare Realität geworden. Und das Kleinkreditsystem hat sich als skalierbar auf alle Armutsregionen der Welt erwiesen. Durch die Ausweitung von Kleinkreditsystemen auf alle Menschen, die heute noch keinen Zugang zu fairen Krediten haben, würde die gesamte Weltökonomie immens profitieren.

 

• Ökologische Innovationskraft.

 

Die bisher zu sehr auf Gier orientierte Ökonomie hat chronische Probleme, den überlebensentscheidenden ökologischen Erfordernissen gerecht zu werden. Vor allem in den weiten Armutsregionen der Welt bleibt hierfür fast kein Freiraum. Die Social-Business-Ökonomie kreierte währenddessen durch „Grameen Shakti“ beispielsweise ein System, das Armutshaushalte mit ausreichend Solarenergie versorgt – ohne Subventionen von außen und zu Tarifen, die weit unter dem liegen, was die Armen bisher für Energie bezahlen mussten. Auch das Grameen-Shakti-System für so genannte Solar Home Systems ist skalierbar auf nahezu alle Armutshaushalte weltweit. Durch die Förderung von ökologischen Innovationen und Investitionen zu einer auch ökologisch nachhaltigen Entwicklung der heute noch zwei Drittel Armen der Welt bekäme die ökologische Wende der Weltwirtschaft einen entscheidenden Schub.

 

• Weltwirtschaftliche Innovationskraft.

 

Immer mehr mittelständische bis große Unternehmen erkennen derzeit, dass die Zukunft der Weltwirtschaft und ihre eigene Zukunft in der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen für die heute noch wenig oder nicht entwickelten Märkte in den bisherigen Armutsregionen der Welt liegt. Immer mehr Social Joint Ventures wie jenes zwischen Grameen und Danone entstehen aus diesem Grund. Gerade exportorientierte Ökonomien wie die deutsche wachsen in der Zukunft vor allem entsprechend ihrer Leistung für die globale Überwindung der Armut. Ökologische und soziale Joint Ventures würden den heutigen Armutsregionen und den heutigen Wohlstandsregionen gleichzeitig entscheidende neue Impulse geben.

 

• Innerbetriebliche Innovationskraft.

 

Selbst innerhalb der Rahmenbedingungen einer zu sehr auf Gier hin orientierten Ökonomie erweisen sich immer mehr gerade jene Unternehmen als die erfolgreichsten, die ihre Mitarbeiter besser behandeln als ihre Konkurrenten. Auch hier erweist sich Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit als Antrieb für individuelle und gemeinschaftliche Leistungen der Gier weit überlegen. Solche Unternehmen sind gesellschaftlich nützlicher, ökonomisch profitabler und individuell sinnerfüllender und damit bereichernder. Bei der Vergabe von Krediten, die durch staatliche Garantien abgesichert werden, sollten solche Kriterien eines ökologisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftens eine zunehmende Rolle spielen.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwies sich die Soziale Marktwirtschaft als ein höchst wirkungsvoller und belastbarer Turbo eines großen Wirtschaftswunders. Verantwortlich für die Sicherstellung des Sozialen war hier vor allem der Staat. Die Social-Business-Ökonomie bedeutet demgegenüber ein neues Paradigma. In ihr sind nach...

 

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